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Stellungnahme des CCCA zum Staatsziel Wirtschaftswachstum

In der Stellungnahme wird eine Umformulierung des angedachten Staatsziels vorgeschlagen.

Ausschnitt der Presseaussendung vom 26.03.18.

Das CCCA hat gestern folgenden Aussendung zur geplanten Änderung des Bundesverfassungsgesetzes veröffentlicht:

Stellungnahme des Climate Change Centre Austria (CCCA) zum angedachten Staatsziel “wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort“

 49 WissenschaftlerInnen fordern den wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort Österreich an den Zielen nachhaltiger Entwicklung auszurichten.

Unsere Zukunft hängt ganz wesentlich davon ab, ob es uns mittelfristig gelingt, Wirtschaft, Soziales und Umwelt im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung in Einklang zueinander zu bringen. Angesichts der bestehenden Herausforderungen des 21. Jahrhunderts kann die Wirtschaft nur unter Berücksichtigung der Beschränktheit der zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen zum übergeordneten Ziel des nachhaltigen Wohlergehens der österreichischen Bevölkerung beitragen.

Mit der Unterzeichnung der Agenda 2030 „Transforming our World: The 2030 Agenda for Sustainable Development“ hat sich Österreich dazu verpflichtet, die beiden übergeordneten Ziele des menschlichen Wohlergehens und des Einhaltens der ökologischen Grenzen synergistisch zu verfolgen. Im Sinne des ganzheitlichen Charakters der Nachhaltigkeit steht außer Frage, dass ein wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort hierzu einen wesentlichen Beitrag leistet.

 Dementsprechend schlagen die unterzeichnenden ExpertInnen des CCCA vor, diesem Sachverhalt in der Neuformulierung Rechnung zu tragen und diese von…

„Die Republik Österreich (Bund, Länder und Gemeinden) bekennt sich zu einem wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort als Voraussetzung für Wachstum und Beschäftigung.“

…abzuändern auf:

„Die Republik Österreich (Bund, Länder und Gemeinden) bekennt sich zu einem wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort als eine Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung.“

„Die Integration eines neuen Staatszieles Wirtschaftswachstum in der uns bekannt gewordenen Form birgt die Gefahr, die derzeit noch bestehenden Gegensätze zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Umwelt- bzw. Klimaschutz verfassungsmäßig festzuschreiben“, sagt der CCCA Obmann Dr. Gerhard Wotawa. „Unser gemeinsames Ziel sollte jedoch sein, an der Vereinbarkeit von Wirtschaft, Umwelt und sozialer Entwicklung zu arbeiten. Das sichert nicht nur die Arbeitsplätze von morgen, sondern auch unsere zukünftige Lebensqualität“.

 Die Stellungnahme wurde vom CCCA Vorstand beschlossen und von folgenden WissenschaftlerInnen persönlich unterzeichnet:
Dr. Gilbert Ahamer (Universität Graz), Prof. Rupert Baumgartner (Universität Graz), Prof. Anke Bockreis (Universität Innsbruck), Mag. Lisa Bohunovsky, MSc, (Universität für Bodenkultur), Dr. Stefan Borsky (Universität Graz), Dr. Thomas Brudermann (Universität Graz), Ass.-Prof. Rudolf Dujmovits (Universität Graz), Dr. Michael Englisch (Wien), Susanne Feiel, BA MA (Montanuniversität Leoben), Assoz. Prof. Herbert Formayer (Universität für Bodenkultur), Mag. Karl Gartner (Kottingbrunn), Prof. Hinrich Grothe (Technische Universität Wien), Prof. Martin Grube (Universität Graz), Ass.Prof. Günter Gruber (Technische Universität Graz), Prof. Leopold Haimberger (Universität Wien), Dr. Friedrich Hinterberger (SERI), Dr. Daniela Hohenwallner (alpS), Dr. Robert Jandl (Perchtoldsdorf), Dr. Stefan Kienberger (Universität Salzburg), Prof. Gottfried Kirchengast (Universität Graz und ÖAW), Dr. Helmut Kovac (Universität Graz), Prof. Helga Kromp-Kolb (Universität für Bodenkultur), Prof. Wolfgang Kromp (Universität für Bodenkultur), Assoc.-Prof. Stefan Lang (Universität Salzburg), Assoz. Prof. Douglas Maraun (Universität Graz), Prof. Heinz Karl Prammer (JKUsustain - Johannes Kepler Universität Linz), Prof. Franz Rauch (Alpen-Adria-Universität Klagenfurt), Prof. Günther Schauberger (Veterinärmedizinische Universität Wien), Prof. Eva Schulev-Steindl (Universität Graz), Dr. Marc Schwärz (Universität Graz), Prof. Anton Stabentheiner (Universität Graz), Prof. Sigrid Stagl (Wirtschaftsuniversität Wien), Dir. Michael Staudinger (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik), Prof. Karl Steininger (Universität Graz), Assoc. Prof. Reinhard Steurer (Universität für Bodenkultur), Prof. Hans Stötter (Universität Innsbruck), Prof. Eike Straub (Allianz Nachhaltige Universitäten - Kunstuniversität Graz),
Prof. Christian Sturmbauer (Universität Graz), Mag. Jürgen Suschek-Berger (Interdisziplinäres Forschungszentrum), Mag. Kasimir Szarawara (Universität Graz), Mag. Simon Tschannett (Weatherpark), Dr. Isabella Uhl (Universität Salzburg), Prof. Thomas M. Weiger (Universität Salzburg), Dr. Andreas Windsperger (Institut für industrielle Ökologie), Prof. Verena Winiwarter (Universität für Bodenkultur), Ass.-Prof. Gerfried Winkler (Universität Graz), Dr. Elisabeth Worliczek (Universität für Bodenkultur), Dr. Bernhard Zagel (Universität Salzburg).