COIN - Cost of Inaction


„Was kostet uns der Klimawandel in Österreich, wenn wir uns nicht anpassen?“ ist die Kernfrage des Projektes COIN (COst of INaction), das im Rahmen des Austrian Climate Research Program (ACRP) vom Klima- und Energiefonds gefördert wird. Die Antwort auf diese Frage ist sowohl für politische EntscheidungsträgerInnen als auch für Unternehmen und Privathaushalte wichtig, denn schließlich geht es darum, die richtigen Maßnahmen abzuwägen, um die Kosten des Klimawandels so gering wie möglich zu halten. Hierfür betrachtet ein Konsortium von 12 österreichischen Forschungseinrichtungen die Bandbreite an zusätzlichen Kosten aber auch an Chancen durch den Klimawandel (ohne geplante Anpassung) in den nächsten Jahrzehnten und bis ins Jahr 2100. Der Fokus der möglichen Auswirkungen des Klimawandels liegt dabei auf 13 Bereichen und Aktivitätsfeldern der österreichischen Wirtschaft und Gesellschaft:

  • Landwirtschaft
  • Forstwirtschaft
  • Gesundheit
  • Ökosystemdienstleistungen & Biodiversität
  • Wasserversorgung
  • Elektrizität
  • Bauen und Wohnen
  • Heizen und Kühlen
  • Transport und Mobilität
  • Produktion und Handel
  • Katastrophenmanagement
  • Städtischer Raum
  • Tourismus

Um diese Kosten und Nutzen quantifizieren zu können, wurden in COIN einerseits ökonomische Methoden zur Bewertung von Klimafolgen erarbeitet, andererseits jene Klimabedingungen gefunden, die für die jeweiligen Bereiche Kosten verursachen. Beispielsweise können vermehrte Hitzewellen, wie jene im Jahr 2003, und ihre Auswirkungen für die menschliche Gesundheit vor allem für ältere und kranke Menschen in Zukunft zu gesteigerten Kosten für das Gesundheits- und Katastrophenmanagementsystem führen. Um sich einen Gesamtüberblick der möglichen Kosten zu verschaffen, werden die 12 Bereiche aber nicht nur getrennt voneinander betrachtet. Bei Straßenschäden etwa durch Vermurungen wird neben den direkten Kosten der Wiederinstandsetzung beispielsweise auch der Personen- und Güterverkehr unterbrochen, was wiederum zu Ausfällen in der industriellen Produktion führen kann. Ausfälle in land- oder forstwirtschaftlicher Produktion wiederum führen zu Einbußen in den weiterverarbeitenden Wirtschaftszweigen. Auch solche Zusammenhänge und Folgeeffekte sind in COIN abgebildet, um eine Summe aller betrachteten Kosten – direkten wie indirekten – abschätzen zu können.
Alle Ergebnisse aus COIN werden für ein wissenschaftliches Publikum in einem international begutachteten Buch im Springer Verlag veröffentlicht. Zusätzlich wird COIN Zusammenfassungen der Resultate in Form von Fact Sheets für EntscheidungsträgerInnen sowie für die interessierte Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Nach erfolgreichem Abschluss des Projekts wurden die Ergebnisse von COIN am 15. Jänner 2015 vom Minister Rupprechter bei einer Pressekonferenz präsentiert. Weiters wird am 22. Jänner 2015 ein Stakeholder-Workshop stattfinden, in dem die Ergebnisse diskutiert werden.

Weitere Informationen finden Sie unter http://coin.ccca.at

Presseresonanz